1.Mai - Wir sind dabei!
Audio: Rede zum 1.Mai 2011 von Philipp Gleising (re[d]solution)
Video: Zusammenfassung des 1.Maii 2011 in Pößneck
Presse: Was die OTZ über den 1.Mai 2011 in Pößneck weiß
Auch 2011 wird re[d]solution den Kampf- & Feiertag der Arbeiterklasse in Pößneck organisieren. Gemeinsam mit Gewerkschaften und Parteien, Arbeitern und Arbeitslosen, mit Jugendlichen und Rentnern werden wir für bessere und gerechtere Lebensverhältnisse demonstrieren!
Hilf uns bei der Mobilisierung und Durchführung! Rot ist der Mai - sei auch Du aktiv dabei!
Teile den 1.Mai in Pößneck in den sozialen Netzwerken oder per E-Mail mit Freunden!
Programm:
08:30 Uhr - Frühstück und Auftaktkundgebung auf dem Markt
anschließend - klassenkämpferische Demonstration durch die Innenstadt
ca. 10:00 Uhr - Abschlusskundgebung am Textilarbeiterdenkmal (Hohe Straße)
anschließend - Teil II unserer 1.Mai Demonstration durch die Innenstadt
Als Hauptredner erwarten wir Sandro Witt für den DGB.
Weitere Redner werden sein: Philipp Gliesing für re[d]solution,
Thomas Hofmann für DIE LINKE, Frank Roßner für die SPD...
Aufruf:
Eine Klasse für sich
Tarifflucht, sinkende Reallöhne, Leiharbeit und Niedriglöhne einerseits, Sozialabbau, Rentenkürzung, Einsparungen in der Bildung und vieles mehr, andererseits. Kapital und Staat sind aufeinander abgestimmt und forcieren die Umverteilung von unten nach oben! Und das in einem Maße, wie es Deutschland seit Ende des 2.Weltkrieges nicht mehr erlebt hat. Das Ergebnis ist, dass zunehmend mehr Menschen unter prekären bzw. bedrückenden Verhältnissen leben und die Kinder- & Altersarmut in unsere Gesellschaft zurückgekehrt sind. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auf. Krisenlast und Profitgier werden von Arbeitern aber auch von Arbeitslosen, Schülern, Studenten und Rentnern geschultert. Den Reichtum der Gesellschaft dagegen, teilt eine kleine Elite unter sich auf.
Deshalb tragen wir am 1.Mai nicht nur die Interessen der Arbeiter auf die Straße, sondern verbinden diese mit einer grundlegenden Kritik am System!
Mit einer friedlichen und klassenkämpferischen Demonstration zum internationalen Tag der Arbeiter, möchten wir auch in Pößneck den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit und damit die Klassengegensätze verdeutlichen!
Die Grenzen verlaufen nicht zwischen Kulturen, Religionen oder Staaten, sondern ausschließlich zwischen Oben und Unten! Die Interessen des Kapitals sind weltweit identisch, genau wie die Interessen der Menschen, die dem Kapitalismus ausgesetzt sind. Die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Systems, nehmen immer katastrophalere Ausmaße an.
Schließt euch deshalb unserer 1.Mai Demonstration in Pößneck an!
Diesen Aufruf unterstützen:
re[d]solution - Die revolutionäre Alternative im SOK,
Antifaschistische Jugend Pößneck,
Heidrun Sedlacik (MdL, DIE LINKE),
DIE LINKE Kreisverband Saale-Orla,
DKP Thüringen,
Soziale Initiative Pößneck,
Tageszeitung junge Welt,
Freidenkerverband Jena,
Initiative Soziale Gerechtigkeit Gera...
Pressemitteilung vom 27.April 2011:
Am 1.Mai 2011 wird es in Pößneck zum dritten Mal in Folge, eine Demonstration mit Kundgebungen zum Tag der Arbeiter geben. Diesmal unter der Führung des DGB Kreisverbandes. re[d]solution begrüßt diese Entwicklung und unterstützt die Gewerkschaften bei der Mobilisierung und Durchführung dieses Tages. Angekündigt hat sich auch Bürgermeister Michael Modde, dessen Grußwort von re[d]solution mit Spannung erwartet wird. Was hat er, als Vertreter neoliberaler Politik, den Arbeitern zu sagen? Gleichermaßen schätzen wir aber den Dialog, auch über politische Unterschiede hinweg! Insgesamt geht uns jedoch das Programm des DGB inhaltlich nicht weit genug. Deshalb möchten wir den Beitrag des DGB, um eine weitere Demonstration ergänzen! Bei diesem zweiten Demonstrationsteil, verbinden wir die Interessen der Arbeiterbewegung, mit der Kritik am System selbst. Unter dem Motto "Eine Klasse für sich", stellen wir erneut die Eigentumsfrage! Nach wie vor geht es darum, das Abwälzen der Krisenlast auf lohnabhängig Beschäftigte und Arbeitslose, aber auch auf die Jugend, sowie Rentner, abzuwehren! Unsere Solidarität gilt außerdem allen Menschen rund um den Globus, die an diesem Tag für echten Frieden und soziale Gerechtigkeit, gegen Krieg und Kapitalismus protestieren!
Trailer auf YouTube:
Internationaler Kampf- & Feiertag der Arbeiterklasse
Was ist das eigentlich? Und wieso demonstrieren wir in Pößneck?
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Pößnecker,
im 19. Jahrhundert kämpfte die internationale Arbeiterbewegung für die Durchsetzung grundlegender Rechte für Arbeiterinnen und Arbeiter. Am 1.Mai 1886 folgten im nordamerikanischen Chicago, Arbeiter dem Aufruf zum Streik. Sie forderten die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf acht Stunden. An den darauf folgenden Streiktagen, war es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Menschen wurden verletzt und getötet. Verantwortlich für diese Eskalation waren nicht etwa die Arbeiter, sondern die kapitalistischen Besitz- & Machtverhältnisse. Die 2. Internationale beschloss daraufhin, den 1. Mai weltweit als Kampftag der Arbeiterklasse zu begehen.
Alle Rechte, welche die Arbeiter bis heute genießen, mussten seit damals hart erkämpft und immer wieder verteidigt werden.
Auch in Pößneck ist die Arbeiterbewegung verankert gewesen. Bereits in den 1870ern hatte die Sozialdemokratie unter den Pößnecker Arbeitern viele Anhänger. Bei den Wahlen zum Reichstag 1877, entfielen in unserer Stadt 52 % der Stimmen auf die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP). Die damals ortsansässigen Textilbetriebe, führten im Jahr 1891, zur Gründung des Deutschen Textilarbeiter Verbandes (DTAV), dem kampfstarken Vorläufer der späteren Textilarbeitergewerkschaft (GTB).
Im dritten Reich wurde der 1.Mai von den Nationalsozialisten innerhalb weniger Jahre vom „Tag der Arbeiter“, zu einem Tag germanischen Brauchtums umgedeutet. Gewerkschaften wurden enteignet und verboten.
In der DDR diente der 1.Mai als "Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse" scheinbar wieder seinem ursprünglichem Zweck. Doch die dogmatisierten Formen, mit denen er begangen wurde, entkleideten ihn zunehmend seines revolutionären Gehalts, weshalb nach 1989 auch die Arbeiter Pößnecks den ideologischen Zwängen entflohen und sich von ihrem Ehrentag abwendeten.
re[d]solution sieht sich in der Tradition der revolutionären Arbeiterbewegung! So gelang uns 2009, entgegen der derzeit verbreiteten aber falschen Annahme, die Arbeiterklasse gäbe es nicht mehr, die Wiederbelebung des politischen 1.Mai mit Kundgebung und Demonstration in Pößneck. Ein Jahr später folgten schon mehr als zweimal so viele Menschen dem Aufruf. Mit gutem Grund!
Die Menschen, die den Reichtum mit ihrer täglichen Arbeit schaffen, werden von dessen Teilhabe ausgeschlossen. Die Krisen des Systems führen zu immer größerem sozialen Ungleichgewicht. Die Schwäche der Arbeiterbewegung ist eine Einladung an die Bosse, die mit viel Blut und Schweiß erkämpfte und durch eine Vielzahl Rechte manifestierte Würde der Arbeiter, Stück für Stück zu demontieren.
Die Arbeiter werden gespalten, gekauft und belogen. Meist schleichend. Manchmal aber auch sehr offen, wie zuletzt während der Krise, vor allem in Regionen mit hohem Anteil an Industriearbeitsplätzen. Heute trifft das System viele KollegInnen in Westdeutschland, ähnlich wie vor 20 Jahren in Ostdeutschland. Ab dem Tag an dem kein Profit mehr aus der Arbeit geschlagen werden kann, wird gefeuert. Produziert wird nicht für den Menschen, sondern für den Profit. Arbeit ist nicht für die Menschen da, sondern wird für die Bosse geleistet.
Seit Jahren sinkende Reallöhne, Arbeitslosigkeit, drohende Altersarmut und Rentenkürzungen, Kürzungen in Bildung und Sozialem und vieles mehr, sind die Indizien. Eine neue Phase heißer Kriege, die Ereignisse in Stuttgart in 2010 um den Neubau des Bahnhofs oder auch der Ausstieg vom Ausstieg aus der Atomenergie, sind der Beweis: Die Gesellschaft in der wir leben, hat ihren Charakter seit dem 19. Jahrhundert nicht verändert. Der Kapitalismus beruht auf der Ausbeutung von Mensch und Natur! Für den Profit nimmt er Armut und Tod in Kauf.
Die Zeit ist reif, erneut ein politisches Bewusstsein, ein Klassenbewusstsein zu entwickeln und solidarisch aber entschlossen für eine bessere Welt zu streiten!
Die Pößnecker haben in der Geschichte immer wieder Courage und Gerechtigkeitssinn bewiesen! Im Bauernkrieg 1525, stellten sich Pößnecker Bürger an die Seite der Bauern, weshalb die Stadt vorübergehend einige Privilegien verlor. Während der NS Zeit, leisteten Pößnecker antifaschistischen Widerstand! 1989 leiteten mehrere tausend Menschen auch auf Pößnecks Straßen, das Ende des Staatskapitalismus ein. Und 2010 wurde von Pößneckern die erste Krisendemo in Thüringen organisiert, an welcher vom Sparkurs betroffene Rentner, Schüler und Studenten, sowie Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger teilnahmen. Schulter an Schulter mit Arbeitern und Linken Strukturen unserer Stadt.
An diesen Mut appellieren wir und rufen die Pößnecker dazu auf, an der Kundgebung und Demonstration zum 1.Mai, hier bei uns in Pößneck, teilzunehmen! Gemeinsam mit zahllosen KollegInnen, in tausenden weiteren Städten rund um den Globus!
Der Raffineriearbeiter im irakischen Basra, der Taxifahrer im schottischen Glasgow, der Hafenarbeiter im deutschen Hamburg, die Weberin im ägyptischen Mahalla, der Feuerwehrmann im US-amerikanischen Madison, die Menschen in China, in Südafrika, in Venezuela und an allen anderen Orten dieser Erde, alle haben die gleichen Interessen aber ach die gleichen Probleme. Wir alle wollen ein geregeltes Ein- & Auskommen und uns selbst in Frieden und Freiheit verwirklichen. Allein der Kapitalismus steht uns dabei im Wege. Schütteln wir die Ängste ab und lassen das Misstrauen hinter uns! Drehen wir das Rad der Geschichte ein Stück weiter!
Materialien:
Das A5 Faltblatt zum 1.Mai in Pößneck ist eine politische Schrift,
ausschließlich von re[d]solution!
1.Mai Faltblatt.pdf
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Download
Pößnecker 1.Mai Kundgebungen auf YouTube:
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