gepostet am 13.03.2010

(Das Foto zeigt den Stand der Bundeswehr mit einem Offizier(?) im Beratungsgespräch. Der Mann rechts im Bild machte Fotos von den Aktivisten mit seinem Handy.)

Bundeswehr wirbt auf Berufs-Info-Markt in Jena
re[d]solution gemeinsam mit Linksjugend Jena mit Gegenaktion dabei

 

Auf der Berufsmesse "Berufs-Info-Markt" am 13.03. im Volkshaus in Jena warb neben der Polizei Thüringen, was wir unter bestehenden Bedingungen noch für legitim halten, jedoch auch die Bundespolizei und die Bundeswehr. Dabei wendeten sich diese an heranwachsende Jugendliche und überhäuften sie mit ihrer Propaganda. Gern stellt sich die Bundeswehr als alternativer Arbeitgeber mit atracktiven Ausbildungen und Übernahmegarantie vor. Der Saubermann Bundeswehr inmitten der Zivilgesellschaft, um Soldaten und Krieg zur Nomalität werden zu lassen, genau wie es der deutsche Kriegsminister Guddenberg ankündigte. Damit will man einerseits massenhaft Kanonenfutter gewinnen und andereseits hochqualifizierte junge Leute für den schmutzigen Auftrag dieser Armee ansprechen, welcher in der Vertretung geostrategischer Interessen und Sicherung der Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Rohstoffen besteht. Die Wirtschaftskrise und deren Folgen, die hohe Arbeitslosigkeit und sinkenden Reallöhne, bieten der Bundeswehr neue Chancen Soldaten zu rekrutieren. Deren Anwesenheit auf Berufsmessen sind ein Indiz dafür und obendrein ein Armutszeugnis für die Veranstalter solcher Messen, wie beispielsweise die Agentur für Arbeit in Jena. Aktivisten der Linksjugendgruppen Jena und Pößneck intervenierten mit Flugblättern und versuchten diesem Trend entgegenzuwirken.

 

Interessierten Jugendlichen und Eltern, aber vor allem Personen welche den Stand der Bundeswehr verließen, drückten wir unsere Flugblätter in die Hand oder legten die Zettel aus. Unter anderem am Stand der Agentur für Arbeit und der Bundeswehr selbst. Sobald die Zettel bemerkt wurden, waren sie entfernt. Kurz darauf schlenderten wir erneut vorbei und legten unbemerkt neue Zettel ab. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Einige Passanten erfreute die Aktion, andere nahmen die Flugblätter interessiert entgegen. Die anwesenden Soldaten wurden nervös nachdem sie verstanden hatten, dass hier etwas passiert. Dann machte ein Armeeangehöriger in Zivil mit seinem Handy Fotos von uns und fummelte anschließend an seinem Handy herum. Hat er die Fotos gleich verschickt? Immer mehr junge Leute hielten inzwischen unsere Flugblätter offen in den Händen und die Gesichter der Soldaten, Polizisten und Veranstalter verfinsterten sich wenn sie uns sahen. Plötzlich sprach ein Verantwortlicher der Messe zwei Aktivisten an und bat diese lautstark das Haus zu verlassen. Die anderen wurden übersehen und konnten noch einmal massiv mitgebrachtes Material in den Ausstellungsräumen auslegen. Auch die örtliche Presse war anwesend und erhielt unsere Schrift mit dem Hinweis auf die Aktion.

 

Nach einer guten Stunde zogen wir uns aus dem Gebäude zurück. Nicht jedoch, ohne den Punkt darauf zu setzen. Laut und kräftig verabschiedete sich ein Aktivist mit den Worten "Bundeswehr raus aus Schulen und Arbeitsämtern", was die Anwesenden offenbar derart schockierte, dass wirklich alle für eine Weile mucksmäuschenstill waren. Vor dem Volkshaus verteilten wir die restlichen Zettel und klemmten auch einen unter den Scheibenwischer des Bundeswehrfahrzeugs.

 

Vielleicht keine großartige Aktion. Trotzdem haben wir einige Leute erreicht, der Bundeswehr und den Veranstaltern gezeigt, dass es Widerstand gibt und wir waren als Linksjugend sichtbar und boten Alternativen!