Dresden 2011

Zweitausendelf - zwei Termine!

 

Die Geschlossenheit des Widerstands gegen Rassismus und Geschichtsrevisionismus hatte im Februar 2010 gezeigt, wie effektiv sie sein kann. Spektrenübergreifend standen und saßen Menschen auf Straßen, Plätzen und Schienen - machten den Naziauflauf zum Desaster. Erstmals gelang es die Nazis zu entlarven, ihr Treiben am "Ort der Geschichte" effektiv zu stören!

 

Es wäre ein Fehler nicht an diesen Erfolg anknüpfen zu wollen. Es wäre ein Fehler sich 2011 durch eine politische Strategie der Nazis spalten zu lassen.

 

So reagieren die Organisatoren der JLO auf interne Kritik: Der "Trauermarsch" werde durch den politischen Kampf der eigenen Kameraden gefährdet. Gemeint sind die Angriffe auf Gegendemonstranten in den letzten Jahren und das aggressive Auftreten. Und es ist in der Tat richtig, dass den Nazis so der Boden entzogen wird. Wenn sie nicht in der Lage sind, die Dresdener Emotionen anzusprechen und einen endrucksvollen Schweigemarsch hinzulegen, verliert es seinen Reiz.

 

So soll es dieses Jahr am 13. Februar einen regionalen Fackelmarsch geben, zu dem sie 1500 Teilnehmer erwarten und einen zweiten, bundesweiten Aufmarsch am 19. Februar, der quasi als Hauptgang serviert wird.

 

Natürlich werden wir als Betroffene, als Demokraten, als Antifaschisten den Protest in Dresden nach Kräften unterstützen. Das Bündnis "No pasaran" sowie "Dresden nazifrei" ist breit aufgestellt.

Gemeinsam mit anderen Aktiven aus der Region wollen wir in Dresden für ein endgültiges Ende der Naziaufmärsche in Dresden sorgen!

 

Das Trauern und die Nazis

 

Seit Anfang der 90er Jahre instrumentalisieren verschiedene revisionistische und neonazistische Organisationen das Gedenken an die Toten der Bombenangriffe im Februar 1945. Sie erreichten die Etablierung eines Großaufmarsches.

 

Dabei beziehen sich Nazis und "Neue Rechte" offen auf die propagandistische Ausschmückungen des verherenden Luftangriffes, die durch die jeweiligen herrschenden Regierungen im Zuge von "Erinnerungspolitik" getätigt worden sind.

Goebbels' Rhetorik von den angloamerikanischen Luftangriffen wurde in der DDR rezitiert und setzte sich in vielen Köpfen fest. In der Stadt manifestierte sich über Jahrzehnte, insbesondere in bürgerlichen Kreisen, der "Mythos einer unschuldigen Stadt".

 

So stehen NPD-Vertreter seit 2004 auch Seite an Seite mit den Landtagsfraktionen auf dem Heidefriedhof beim staatspolitischen Trauerakt. Es ist eine Schande, dass dies möglich ist.

Die eigentliche Trauer der Angehörigen gerät durch das braune Treiben in den Hintergrund. Die Aufgabe der Stadt ist nicht die Inszenierung eines Trauer-Aktes gekoppelt an Tourismus, sondern die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und die Vermittlung der Ursachen für jene Bombenangriffe 1945.

 

Doch erst wenn die Nazis aus Dresden verdrängt sind, erst wenn keine Faschisten mehr marschieren, wird Dresden zur Ruhe kommen.

 

 

Genaue Infos zur Anreise folgen...

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