"Heißer Herbst" auch in Pößneck
Erneuter Erfolg mit Krisendemo in Pößneck
Mit 70 Teilnehmern war unsere 2. Krisendemo am 29. Oktober 2010 zwar deutlich kleiner als die im Sommer, jedoch mindestens ebenso kraftvoll und solidarisch. Wieder waren Rentner und Jugendliche, Arbeiter und Arbeitslose, Gewerkschafter und linke Politiker lautstark in Erscheinung getreten und sprachen das aus, was viele schon denken: Dieses Wirtschaftssystem ist am Ende!
Viele Zaungäste beobachteten die Kundgebung neugierig. Einzelne Bürger sprachen die Organisatoren danach an und bedankten sich für diese Protestaktion.
Das Bildungsangebot am Abend wurde von zehn Genossen wahrgenommen.
Wir möchten uns bei allen Teilnehmern, Organisatoren und Helfern herzlich bedanken!!!
Wir sehen uns dann zur dritten Krisendemo!
Leserbrief zu "Linke rudert mit Bankenkritik zurück"
Wenn die Rede von "Banken" und "Bankern", insbesondere im Zusammenhang mit einer Krisendemo ist, dürfte selbst Nicht-Linken klar sein, wer oder was damit gemeint ist. Offensichtlich gibt es Bankangestellte, die sich mit ihren Ausbeutern derart identifizieren, dass ihnen die notwendige Kritik am kapitalistischen Wirtschafts- & Finanzsystem, persönlich nahe geht. Ich sage: gut so! Vielleicht beginnen damit auch diese Kolleginnen und Kollegen, über die größeren Zusammenhänge nachzudenken. Wir alle wissen, welcher Druck auf Bankangestellte ausgeübt wird. In den letzten Jahren gab es mehrere Untersuchungen dazu. Deren Arbeitgeber gaukeln dem Kunden Service vor, ziehen den Menschen aber nur das Geld aus der Tasche, welches sie dann mit dubiosen Finanztransaktionen vermehren. Spekulationsblasen die am Ende nur Luftnummern sind und Milliarden kosten. Milliarden, welche letztlich die gleichen Leute zahlen müssen, deren Geld schon zuvor das Kapital einverleibt hatte. Selbst Sparkassen sind in spekulative Immobiliengeschäfte verwickelt. Da hilft es auch nichts, wenn Sparkassen vor Ort ihre soziales Gesicht zeigen. Die Kritik am System ist auch die Kritik an den Banken und Bankern! re[d]solution wird nicht mit dieser Kritik zurückrudern! Die Verstaatlichung und letztlich die Vergesellschaftung des Kapitals ist alternativlos! Die Kolleginnen und Kollegen die ihre Brötchen in solchen Unternehmen verdienen, gehören dagegen nicht zum Feindbild! Ob am Schalter oder im Büro des Filialleiters, alle sind lediglich Opfer, aber eben auch Handlanger des Systems! Genau wie jeder von uns, der seine Arbeitskraft verkaufen muss. Eine Klarstellung wie diese, kann nicht als Zurückrudern bezeichnet werden!
Der CDU Kreisvorsitzende Stefan Gruhner
reagiert auf unsere Demonstration mit der Extremismuskeule.
Just am Tag an dem der Bundesrat den Haushaltsplan für 2011 von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) absegnete welcher weitere Kürzungen in sozialen Bereichen nach sich ziehen wird, war re[d]solution fest entschlossen in der thüringischen Kleinstadt eine Demonstration unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise" zu organisieren. Unterstützt wurde der soziale Protest vom Kreisverband der Partei DIE LINKE, dem DGB Kreisverband, der Landtagsabgeordneten Heidrun Sedlacik (DIE LINKE), der DKP Thüringen, dem Freidenkerverband Jena sowie der "Initiative für soziale Gerechtigkeit Gera" (ISG).
Trotz Sommer, trotz Urlaubszeit und trotz Fußballweltmeisterschaft schlossen sich 120 Menschen aus Pößneck und Umgebung an! Für diesen Mut, für diese Solidarität bedankt sich die Jugendgruppe bei allen Teilnehmern! re[d]solution hält insbesondere die Teilnehmerzahl für einen Erfolg! Kamen doch nochmals einige Menschen mehr zur Kundgebung als bei der letzten Demonstration am 1.Mai diesen Jahres.
Die Auftaktkundgebung auf dem Marktplatz eröffnete der Landesvorsitzende der LINKEn Knut Korschewsky mit einer kritischen Rede. Darin forderte er die sozialen Bewegungen auf, solidarisch und friedlich den Protest auf die Straße zu tragen. Nur eine starke außerparlamentarische Bewegung in Koordination mit progressiven parlamentarischen Kräften könne weiteren Sozialabbau verhindern. Philipp Gliesing redete anschließend für re[d]solution, betonte dabei noch einmal den internationalen Charakter des Protestes und benannte die Hintergründe von Krise und Sozialabbau. Die Demonstration führte durch die Innenstadt, vorbei an der Deutschen Bank, dem Arbeitsamt und dem Finanzamt. Peter Lückmann von der Initiative für soziale Gerechtigkeit Gera nannte beim Zwischenstopp vor der Filiale der Deutschen Bank klare Fakten und Zahlen. Spontaner Beifall und Pfiffe verdeutlichten die Wut über das Abwälzen der Krisenlast auf die Arbeiter, Arbeitslosen und Rentner. Am Finanzamt angelangt, gab es eine Zwischenkundgebung auf der Heidrun Sedlacik (MdL, DIE LINKE) sprach. Außerdem trat zum ersten Mal die Gruppe "Pößnecker AntifaschistInnen" öffentlich in Erscheinung und beeindruckte mit einer sehr deutlichen Rede von Albrecht Gliesing, welche auf breite Zustimmung stieß. Anschließend marschierte die Demo auf gleichem Weg zurück zum Marktplatz, wo es zum Abschluss einige Worte des Kreisvorsitzenden der LINKEn Thomas Hofmann gab.
Unterwegs wurden immer wieder deutliche Rufe laut: "Unsere Antwort auf eure Politik: Demo auf der Straße, Streik in der Fabrik!", "Sozialabbau im ganzen Land, unsre Antwort: Widerstand!" oder auch "Streichen, streichen, streichen bei den Reichen!". Am Ende der Kundgebung sangen die Demonstranten "DIE INTERNATIONALE". Vorsorglich hatte re[d]solution Handzettel verteilt auf denen die Slogans standen, sowie der Text der Internationale. Interessant wie viele Menschen diesen Zettel beim Singen gar nicht benötigten.
Es war die erste Krisendemo in Thüringen, welcher später am gleichen Tag in Erfurt und am 2.8. in Gera weitere folgten. Der Abwehrkampf muss in der gesamten Breite der Gesellschaft und in vielen Orten geführt werden! Auch in Pößneck wird es weitergehen!
Der Vollständigkeit wegen hier noch ein ganz ähnlicher Artikel von Constanze Truschzinski, der als Pressemitteilung versendet wurde:
Wir zahlen nicht für Eure Krise, die Krise der Banken und Spekulanten.
Dies sahen trotz Sommer, trotz Urlaubszeit und trotz Fußballweltmeisterschaft auch 120 Menschen jeden Alters aus Pößneck und Umgebung auch so. Sie beteiligten sich an der ersten Krisendemo in Thüringen.
Die Demo von Redsolution organisiert und von Heidrun Sedlacik (MdL, DIE LINKE), dem DGB Kreisverband Saale-Orla, der DKP Thüringen, Initiative für soziale Gerechtigkeit Gera, DIE LINKE, Kreisverband Saale-Orla, Deutscher Freidenker-Verband, Kreisverband Jena, Volkhard Mosler (DIE LINKE Frankfurt/M) und Pößnecker AntifaschistInnen unterstützt war ein Anfang des Protestes gegen das Sparpaket der Schwarz-Gelben
Regierung. Union und FDP sparen den Sozialstaat kaputt, verstoßen gegen das Grundgesetz.
„Nicht der Arbeiter hat die Krise verursacht“ so Phillip Gliesling von Redsolution. Er sprach mit Nachdruck die Klassenfrage an und forderte den friedlichen Kampf gegen das System der Ausbeutung auf dem Rücken der kleinen Leute, der Arbeiter, der Mütter, der Kinder oder den Rentnern. Von der Krise sind alle betroffen! Vor allen jene welche von Lohnarbeit leben müssen.
Die Banken spielen weiter mit ungedeckten Checks. Deshalb fordern wir, dass die Verursacher ihre Krise bezahlen z.B. durch Millionärssteuer, Rückverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von Oben nach Unten. Für eine solidarische Gesellschaft brauchen wir einen gesetzlichen
Mindestlohn von mind. 10 Euro die Stunde, gute und kostenfreie Bildung für jeden Menschen, ein solidarisches, paritätisch finanziertes Gesundheitssystem durch die Einführung einer Einkommensabhängigen Bürgerversicherung, Bankenregulierung und Vergesellschaftung,
Verkürzung der Wochen- und Lebensarbeitszeit, damit Beschäftigung gesichert werden, Arbeitsplätze geschaffen und Produktionsstandorte erhalten werden.
Knut Korschewsky Landesvorsitzender DIE LINKE. spracht zu den Demonstranten und fordert die Menschen auf von ihrem Demonstrationsrecht gebrauch zumachen. "Wir zahlen nicht für die Banken ihre selbstgemachte Krise" Der Abwehrkampf muss in der gesamten Breite der Gesellschaft und in vielen Orten geführt werden!
Der Demonstrationszug durch Pößneck hielt mit kurzen Statemants von Heidrun Sedlacik und Thomas Hofmann (Vorsitzender des
Kreisverbandes DIE LINKE.) an der Deutschen Bank und vor dem Finanzamt. Pfiffe und lautstarke Rufe z.B: „Sozialabbau im ganzen Land, unsere Antwort Widerstand.“ unterstrichen den Protest gegen das Sparpaket.
Zum Abschluss der Kundgebung auf dem Pößnecker Marktplatz wurde die Internationale gesungen und die internationale Solidarität eingefordert und unterstützt. Die Krise der Banken ist in Deutschland, Griechenland und ganz Europa gleich. Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Weitere Proteste sind für den 2.8. in Gera angekündigt und auch in Pößneck wird es weitere Kundgebungen oder Demonstrationen geben.
Constanze Truschzinski
www.constanzetruschzinski.de
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