gepostet am 05.12. 2009

Liebe Freunde,

 

2009 war ein langes und hartes Jahr. Aber auch ein erfolgreiches für unsere Gruppe. Meine ganz persönlichen Highlights war selbstverständlich unsere Diskussionsveranstaltung im Februar zum Thema Regierungsbeteiligung, dem eine bittere Auseinandersetzung mit Bodo Ramelow, sowie der eine oder andere Sabotageversuch anderer Genossen, allen voran durch Landeschef Knut Korschewsky vorausgegangen war. Nicht zuletzt getragen durch eine Solidaritätswelle quer durch Thüringen aber auch bundesweit, haben wir am 14.02. einen unserer größten Erfolge gefeiert! Circa 60 Leute - mehr als bei einer ähnlichen Veranstaltung in Erfurt - kamen sogar aus relativ entfernten Gegenden wie Gotha, nur um uns zu unterstützen. Besondere Hilfe erfuhren wir jedoch durch Heidrun Sedlacik und ihren Mitarbeitern. Seit diesem Tag sind wir eine politische Größe im SOK, mit der mensch rechnen muss!

 

Und dann kam unsere 1. Mai Demo in Pößneck. Schon 2007 schwebte mir ein solcher Schritt vor. Leider scheiterten wir und wir versteckten uns mit der Partei am Freizeitzentrum. Dieses Jahr waren wir endlich stark genug und re[d]solution verwirklichte einen meiner jahrelangen Träume. Wir haben es tatsächlich geschafft und zwar allen widrigen Umständen aber auch Zweifeln zum Trotz, den politischen 1. Mai, den Kampftag der Arbeiterklasse zurück nach Pößneck zu holen! Darauf bin ich sehr stolz. Wir haben vorgelegt und im kommenden Jahr wird der DGB nachlegen müssen. Zusätzlich zwingt unser Erfolg auch DIE LINKE dazu, künftig etwas kämpferischer in Erscheinung zu treten.

 

Dem folgte eines der schönsten Gesten die mir im Rahmen unserer Gruppe begegnet waren. Als wir nämlich zur Krisendemo nach Berlin gefahren waren und uns ein Genosse von marx21 laut auf der Straße mit den Worten "Es lebe das revolutionäre Pößneck" empfing. Da wusste ich, jetzt haben wir´s geschafft. In der gleichen Demo sorgten unsere Jungs für Stimmung im Block der LINKEN. Während der Funke der Animateure nicht so recht überspringen wollte, waren es Mitglieder von re[d]solution die mit dem spontan kreierten Spruch "Marx hat recht, dem Kapital, sind die Menschen scheißegal!" die Kundgebung anheizten.

 

Das Superwahljahr hatte uns in besonderem Maße gefordert. Oft auch entgegen unserer Interessen unterstützten wir DIE LINKE von der Kommunal- und Europawahl über die Landtags- bis zur Bundestagswahl nach Leibeskräften. Besonders Philipp opferte sich hier auf. Andere halfen beim Plakate aufhängen und wieder andere in zahllosen Gesprächen in Familie, Schule oder am Arbeitsplatz. Zusätzlich war re[d]solution permanent in der Öffentlichkeit. Einmal mit der PArtei, dann mit Heidrun aber auch eigenständig. Es gab Ausstellungen, Infostände, ein Sommerfest und wir hatten Klaus den Geiger wieder in der Stadt. Regelmäßig wurden wir in der OTZ erwähnt.

 

Nach Heidruns Wiedereinzug in den Thüringer Landtag konnten wir erneut durchstarten und richteten eine eigene E-Mail Adresse ein, erstellten eine neue Webseite und verbesserten das Logo. Jetzt, wo unser Sitz für weitere fünf Jahre sicher ist, wird es auch bald einen neuen Flyer geben.

 

Getragen durch den Schwung und Erfolg im Wahlkampf, provoziert durch die Regierungsbildungen in Berlin und Erfurt, versuchten wir dann die Situation im Land direkt anzusprechen und das bürgerliche Lager zu piesacken. Mit vollem Erfolg führten wir am historischen 9. November nicht nur eine Mahnwache anlässlich der Reichspogromnacht durch, wir haben außerdem mit einer Aktion vor der Stadtkirche in der ein Festakt zum Mauerfall stattfand, Bürgermeister Modde und all die damals so mutigen Wendehelden und heutigen Opportunisten den Spiegel vorgehalten.
Dabei muss uns allerdings auch klar sein, dass alles was wir tun, längst kein Spiel mehr ist. Was spätestens mit den Geschehnissen um Heidrun auf dem Pößnecker Marktplatz während der Kundgebung gegen die NPD begann, begleitet seitdem all unsere Aktivitäten. Auch die verbalen Angriffe auf der Gruppe nahestehende Personen sind in diesem Zusammenhang zu verstehen. Je erfolgreicher und offensiver wir sind, desto stärker wird die "Reaktion" in diesem Sinne des Wortes sein. Wir treiben das Bürgertum in die Ecke. Dies wird daraufhin alle rechtsstaatlichen Mittel ausschöpfen und auch sonstige Abhängigkeiten bzw. Kontrollmöglichkeiten ungenutzt lassen, uns zu kriminalisieren und Steine in den Weg zu räumen. Das ist Klassenkampf! Genau das, was wir suchen. Wir dürfen uns nur nicht einschüchtern lassen und konsequent aber stets besonnen und solidarisch unseren Weg gehen!

 

Der vorerst letzte Höhepunkt in 2009 bildete schließlich unsere Diskussionsveranstaltung zur DDR. Noch bevor unsere politischen Gegner das Thema gegen uns verwenden konnten, hatten wir selbst die DDR, samt Stasi und SED kritisch bewertet und forderten die marxistische Analyse damit wir endlich in der Lage sind, das Rad der Geschichte weiterzudrehen. Dem hat die herrschende Klasse nichts entgegenzusetzen, abgesehen von Gewalt. Mit erstaunlichem Erfolg gewannen wir auch bei den "Alten" neues Vertrauen, obwohl, wir deren Lebenswerke in Frage stellten. Allgemein besteht das Bedürfnis, an dieser Veranstaltung anzuknüpfen. Diese Chance marxistische Standpunkte zu diskutieren, dabei zu lernen und neue Mitstreiter zu gewinnen, dürfen wir uns nicht entgehen lassen!

 

Neben der Fahrt nach Kopenhagen von einigen unserer Mitglieder, steht uns nun noch eine Aktion zum Gaza Freedom March bevor. AUch diese werden wir meistern!

 

Allen unseren Mitgliedern und Sympathisanten möchte ich herzlich für ihr Engagement und die Solidarität danken! Ohne die Mitarbeit jedes Einzelnen wären wir nicht da, wo wir heute sind. Freilich gab es auch Momente in denen das anders ausgesehen hatte. Und manchmal wäre ein wenig mehr Interesse oder mehr Kampfgeist des einen oder anderen wünschenswert. Insgesamt aber können wir stolz mit uns sein. So sehr, dass ich es hier auch offen sagen möchte! Deshalb gönnen wir uns an diesem Samstag (05.12.) als re[d]solution auf dem Jenaer Weihnachtsmarkt ein paar gemütliche Stunden mit dem einen oder anderen Glühwein!

 

Solidarische Grüße, Marco.