Ein neues 89 in Tunesien.
In Tunsien hat sich seit Dezember 2009 eine friedliche Massenbewegung auf die Straße begeben - Menschen aus alle Alters- und Erwerbsschichten kämpfen für Demokratie und Freiheit.
Wir wünschen den Revoltierenden, dass sich ihr unglaublicher Mut bewährt, dass sie ihre Ziele durchsetzen können und nicht von einer Kröte verschluckt werden.
Die sozialen und ökologischen Protestbewegungen nehmen weltweit immer mehr zu. Dabei sind es zwar sehr unterschiedliche Positionen und Motive, welche die Menschen kollektiv handeln lassen. Doch eine Gemeinsamkeit findet sich, die weltweite Ausbreitung der kapitalistischen Ordnung - bis in die letzten Winkel der Erde - führt zu Verelendung und Unterjochung von Mensch und Natur.
Die zerstörerische Kraft des Kapitals findet ihren Ausdruck eben nicht erst im Krieg, sondern schon von dem Moment an, wo Menschen sich den Profit aus anderen herauspressen, wo wir unsere Selbstbestimmung an den Nagel hängen und zu einem überwachtem Stück verkommen.
Tunesien wurde seit 23 Jahren von einem Diktator regiert!
Installiert wurde ein Regime, welches dem westlichen Imperialismus verfallen war. Ben Ali, der gestürzte Präsident, ist ein Mörder und Handlanger der US Imperialismus gewesen.
Die entstandene Arbeiterklasse wuchs zunächst rasch an. Ihre Entwicklung stoppte jedoch, als die Ausbeutungsrate extrem hoch war. Gewerkschaften bildeten sich. Linke und fortschrittliche muslimische Kräfte formierten sich zu Organisationen. Alle jedoch streng überwacht und verboten, sobald sie stärker wurden.
Wie gesagt, totale Überwachung und eine harte Hand gegen jede ernst zu nehmende Opposition, unterjochten jeden freien Gedanken im Land. Wegen der historischen Nähe zu Frankreich, lernten insbesondere die jungen Leute, angestellte in den Touristenhochburgen und die Intellektuellen, vom internationalen antikapitalistischen Widerstand.
Als die Lage immer brutaler wird, die wirtschaftlichen Bedingungen immer schlechter, begehrten die ersten, ganz Mutigen auf. Alle Rädelsführer, die auf den gegebenen "demokratischen" und "rechtlichen" Wegen kämpften, wurden verhaftet oder mundtot gemacht.
Dann kam es zu einigen Selbstverbrennungen. Im Magreb, eine gesteigerte Form des Protests. Was uns vielleicht dumm vorkommt, hatte in Tunesien und andernorts, den Widerstand deutlich gepuscht. Aber es brauchte dennoch seine Zeit, bis die Bombe platzte.
Jetzt haben sich die Tunesier eines diktatorischen Regimes entledigt. Aber die Gefahr ist nicht vorüber. Es kommt nun darauf an, dass Linke und fortschrittliche Muslime zusammenarbeiten! Die Übergangsregierung wird geleitet, von Ben Alis engsten Vertrauten. Im schlimmsten Fall kehrt Ben Ali zurück. Was dann mit den Aufständigen passiert, malen wir uns lieber nicht aus. Aber auch unter einer Regierung mit den jetzigen Akteuren, wird sich die Lage kaum verbessern.
Die soziale Revolution muss also weitergehen! Die Tunesier brauchen deshalb unsere Unterstützung und unsere Aufmerksamkeit!
[Dieser Text ist uns per Mail zugeflogen]
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